LCD weltweit auf dem Vormarsch - Neues von der Bildschirmtechnik

Schauen Sie sich vor dem Kauf eines neuen Fernsehers im Laden kein buntes Aquarium an.\" Diese Empfehlung gab Klaus Hopf vom Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut für Nachrichtentechnik (HHI) Berlin in einer Debatte über TV-Technik beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland in Leipzig. Eine Live-Sendung, bei der man auf Gesichter achten sollte, sage mehr über die Qualität eines Bildschirms aus als Auflösungen und Farben, meinte der Experte. Knallige Farben in einem stark manipulierten Bild könnten alle Geräte erzeugen.Schauen Sie sich vor dem Kauf eines neuen Fernsehers im Laden kein buntes Aquarium an.\" Diese Empfehlung gab Klaus Hopf vom Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut für Nachrichtentechnik (HHI) Berlin in einer Debatte über TV-Technik beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland in Leipzig. Eine Live-Sendung, bei der man auf Gesichter achten sollte, sage mehr über die Qualität eines Bildschirms aus als Auflösungen und Farben, meinte der Experte. Knallige Farben in einem stark manipulierten Bild könnten alle Geräte erzeugen.

Vor diesem praktischen Tipp allerdings war ein Feuerwerk an Fachbegriffen und Abkürzungen auf die Zuhörer losgegangen, die sich am Mittwoch über Neuigkeiten aus der Welt der Bildschirmtechnik informieren wollten. Moderiert von Dietrich Sauter, vom Münchner Institut für Rundfunktechnik (IRT) sprachen drei Experten über das Thema, und sie waren sich in einer Sache weitgehend einig: Der Plasma-Bildschirm sei ein Auslaufmodell, die Zukunft gehöre den Aktiv Matrix Flüssigkristallbildschirmen (TFT-LCD).

Mehr als 75 Prozent des mittlerweile 100 Milliarden US-Dollar schweren Weltmarkts für Flachbildschirme entfallen heute auf diese Technik, sagte Norbert Frühauf, Lehrstuhl-Leiter Bildschirmtechnik der Universität Stuttgart. Samsung, Sony, Panasonic und Pioneer investierten vor allem in die Forschung und Produktion von LCD. Noch bestehende technische Unzulänglichkeiten könnten durch viele kleine Verbesserungen nach und nach behoben werden, so dass Frühauf in dieser Frage wenig Bedenken hat.

Roland Bohl, von der Loewe Opta GmbH, sieht dies aus Sicht der Hersteller ähnlich. „LCD wird stark entwickelt\", sagte er. Die TV-Bildschirme würde immer größer, die Schaltzeiten kürzer und somit die Bewegtbild-Wiedergabe immer besser. Ob sich im Rahmen der Umstellung auf hoch auflösendes Fernsehen (High Definition Television, HDTV) bald auch das dreidimensionale Bild durchsetzen wird wurde indes bezweifelt. Die Qualitätsverluste seien doch noch zu groß, meinte Hopf. Man müsse abwarten, bis die HD-Technik etabliert und technisch weiter sei. Frühauf verwies hier auch auf Probleme für den Konsumenten, da die Preise für 3-D-Geräte mit entsprechender Auflösung einfach noch zu hoch seien.

Dabei ist in Deutschland noch nicht einmal die HD-Technik durchgesetzt, wie es in anderen Ländern bereits der Fall ist. Fast zwangsläufig kam da Kritik aus dem Publikum – vor allem an dem von den Herstellern genutzten HD-Ready-Label an Geräten, die zumeist erst mit einem zusätzlichen HD-Empfänger den vollen Genuss bieten. Dass dies Betrug am Kunden sei, wies Bohl allerdings zurück. Die langsame Umstellung sei in Deutschland auch ein politisches Problem, da die nötigen Regularien nicht vorangetrieben werden und Kabelbetreiber noch weitere zehn Jahre analoge Bilder senden würden.

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